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Die babylonische Göttin Inanna ist eine der ältesten mythischen Frauengestalten der Menschheit. 4000 Jahre alte Keilschrifttafeln beschreiben sie als ambivalente Herrscherin. Ihre blutrünstige Kriegslust und ihre ausschweifende Sexualität trug ihr in der Bibel den Beinamen "Hure Babylon" ein. THE HULUPPU-TREE erzählt den Mythos von Inannas Eroberungsfeldzug in die Unerwelt. Das Thema fasziniert heute wie vor 4000 Jahren, denn es rüttelt an den Fundamenten der menschlichen Existenz.
Die Aufführung in der Münchner Kreuzkirche (im Rahmen der ARTIONALE 2001) verwendet neben einer englischen Textfassung Teile des rekonstruierten sumerischen Originaltextes und eine neue Übersetzung von Károly Koller. Im wabenförmigen Raum der Kreuzkirche lassen die Komponistin Helga Pogatschar und der Bühnenbildner Marc Rohweder ein mediales Panoptikum der Sinne entstehen: Der Klang der alten Sprache, orientalische Percussion, Orgel, Gesang und Obertongesang agieren interaktiv mit Live-Elektronik im Surround-Sound. Die Dramatik einer vorbiblischen Sex-and-Crime-Archaik begegnet der digitalen Avantgarde.
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